Als im Jahre 2000 aus der Idee Ernst wurde, holte Ramon Alabern seine komplette Familie mit ins Boot. Seine Tochter Isabel, eine gelernte Journalistin, die zwischenzeitlich ihr Onologie-Studium mit dem Weinwirt abgeschlossen hat, wurde zur Nachfolgerin aufgebaut. Aber auch die Söhne, der eine Architekt, der andere Banker, leisteten ihren Anteil beim Aufbau der Bodega. Und auch die „Grande Dame“ ist immer aktiv dabei und verwöhnt die Gäste mit ihrer erstklassigen mallorquinischen Küche.

„Wir nehmen uns fest vor, jedes Jahr ein bisschen besser zu werden“, sagt Ramón Alabern.

Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass sich Son Puig mit seinen derzeit 5 Weinen international nicht verstecken muss. In Sachen Qualität möchte man aber immer einen Schritt nach vorne gehen. Besondere Sorgfalt wird auf diesem Weingut vor allem dem achteinhalb Hektar großen Weinberg geschenkt, wo der alte Hase Ramón Alabern uneingeschränkter Chef im Ring ist. Hier wachsen neben international bekannten Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Tempranillo auch typisch mallorquinische Reben, darunter Callet und Prensal Blanc. Wenn man die klare Ordnung im Berg betrachtet fallen einem Vergleiche mit den Premier-Gütern des Bordeaux ein. Auch die Rebstöcke werden ohne erkennbaren Grund sehr hoch gehalten. „Der alte Fuchs“, Ramon Alabern, erklärt dies mit einem schelmischen Lächeln als Folge seines Rückenleidens (was er nachweislich gar nicht hat). Der wahre Grund erschließt sich dem Weinanbau-Kenner nach einiger Überlegung messerscharf. Durch diese Anbaumethode erhöht Alabern den Luftstrom an den Reben um ein Vielfaches, was zur Aromenstärkung und Stabilisierung der Reben führt. Den allemal vorhandenen Lagevorteil seines Berges erhöht er dadurch noch einmal. Ein echter Stratege, der sein Wissen gezielt einsetzt.

Der Weinkeller, integriert in das prachtvolle Familienanwesen, ist absolut auf dem neusten Stand; ein Blick in das moderne Labor spricht für sich.

Ein Ausflug zu diesem mehr als anschaulichen Weingut lohnt sich nicht nur der Optik halber, sondern auch wegen des besucherfreundlichen Empfangs. Englisch- oder Spanischkenntnisse sollten allerdings vorhanden sein. Erkundigen Sie sich über das Internet oder per Telefon nach den aktuellen Angeboten. Empfehlenswert ist eine Weindegustation mit einer Auswahl mallorquinischer Tapas. Diese werden in ebenso großartiger Weise von der Dame des Hauses bereitet.

Die Produktion ist limitiert und kommt ausschließlich aus den Weinbergen des Weingutes. Die Trauben werden von Hand von den gut geschulten wenigen Mitarbeitern des Gutes geerntet. Die Architektur des Weingutes ist Teil einer Jahrhunderte alten Weinbautradition. Bereits im Jahre 1597 gab es Weinberge und Weingüter an diesem Ort. Im Katalog der Vermögenswerte des Stadtrates enthalten: possessió Puigpunyent Son Puig. Im Inventar nach dem Tod von Felip Puig, im Jahr 1597, sind in Puig enthaltenen "Häuser mit mehreren Zimmern und Schlafzimmer, mit Mühle, Öllager, Stallungen, Hof, Bodeguita alten, neuen Keller ...". Ein Bericht über Berard Jeroni von 1789, ist wie folgt: "Es ist toll, haben einen Garten von Früchten und Blumen, Wasser und Weinberg. Was hat Don Joseph Despuig von Palma..." Wer einmal im Innengarten des Gutes Weine degustieren durfte, pfeift auf „den Gott von Frankreich“.